Nachbauten signifikanter Schiffsteile, z.B. ein alter Schiffsrumpf oder ein Mast mit Segel sorgen zusammen mit dem reichhaltigen Schiffsinterieur wie Anker, Flaggen, Steuerrad etc., imposanten Schiffsmodellen und reichhaltigen Illustrationen für maritimes Flair.
Elbschifffahrt
Schwerpunkt des ersten Ausstellungsteiles ist die über 1000-jährige wechselvolle Geschichte der Elbschifffahrt, die bereits seit dem Jahr 983 urkundlich belegt ist. Ihre Bedeutung für den Güterverkehr in alle Welt im Laufe der Jahrhunderte wird ebenso anschaulich dargestellt wie die Entwicklung der sächsischen Personen-Dampfschifffahrt, deren Geburtsstunde 1837 mit dem kleinen Seitenrad-Dampfer „Königin Maria“ schlug.
Große Beachtung findet ein bisher wenig bekanntes Kapitel der Elbschifffahrt, die so genannte Kettenschifffahrt zwischen 1866 und 1948. Ihre außergewöhnliche Wirkungsweise wird sehr eindrucksvoll beschrieben unter anderem durch eine Filmeinspielung und dem Demonstrationsmodell mit einem 50 Meter langen originalen Elbkettenstück.
Weitere Themen widmen sich den verschiedenen Schiffsantriebsarten auf der Elbe sowie der Werft- und Hafengeschichte, denn der Bau von Binnenschiffen aller Typen wie Frachtschiffe, Seitenrad-Schleppdampfer, Kettendampfer, Motorschlepper, Motorgüterschiffe, Personenschiffe und Fähren hat eine lange Tradition auf der Elbe.
Seeschifffahrt
Porträts bedeutender deutscher Reedereien werden vorgestellt. So gehört die Seereederei „Hamburg Südamerikanische Dampfschifffahrts-Gesellschaft KG“ zu den 20 größten Containerreedereien der Welt und „Scandlines“ zu den größten Fährreedereien Europas, verbindet sie doch auf 13 Routen 21 Häfen in der Ostsee.
Die ganz in Meeresblau gehüllte Schatztruhe hütet wertvolle Navigationsinstrumente, die zur Standortbestimmung auf hoher See unerlässlich waren, wie Sextant, Handfernrohr und Chronometer. Eine Augenweide sind Modelle exotischer Schiffe, prachtvoller Gondeln und wertvolle Globen.
Von der Schiffsbrücke aus hat man den besten Überblick über die drei Themenkreise des neuen Ausstellungsteils Seeschifffahrt.
Sehr anschaulich wird die lange Entwicklungsgeschichte der Segelschiffe von den Anfängen der Seefahrt bis ins vorindustrielle Zeitalter dargestellt. In verschiedenen Kulturkreisen entstanden die unterschiedlichsten Schiffstypen. Im europäischen Raum waren ab 1800 das Vollschiff und die Dreimast-Bark die wichtigsten Großsegler.
1800 bis 1945: Die Dampfmaschine löste das Segel ab und nach 1900 fanden Dampfturbine und Dieselmotor als Antrieb Verwendung. Es ist die Zeit, als Ozeandampfer den stetig steigenden Handelsverkehr zwischen Europa und Amerika übernahmen, Passagierdampfer Millionen von Auswanderern in die „Neue Welt“ beförderten und immer schnellere und gewaltigere Schiffe für Geschäfts- und Vergnügungsreisen gebaut wurden. Die Jagd nach dem „Blauen Band“ des Atlantischen Ozeans begann, das der Schnelldampfer „Kaiser Wilhelm der Große“ 1898 als erstes deutsches Schiff gewann. Fünf Tage und 20 Stunden brauchte er für die Überfahrt. 1952 stellte die „Unites States“ (USA) mit drei Tagen und 11 Stunden den letzten Geschwindigkeitsrekord auf.
Die TITANIC fuhr nicht um das „Blaue Band“. Das damals größte Schiff der Welt mit 46.000 BRT verkörperte zwar den neuesten Stand technischer Innovationen im Schiffbau und besaß eine luxuriöse Ausstattung, war aber aus technischer Sicht kein herausragendes Schiff. Der tragische Untergang der TITANIC am 15. April 1912 wird erzählt am Schicksal der 7-jährigen Eva Hart. Sie war eine der 703 Überlebenden. 1503 Menschen fanden in den eisigen Fluten des Nordatlantiks den Tod.
Die deutsche Seeschifffahrt von 1945 bis 2007: In einer Gegenüberstellung wird die Entwicklung der Seeschifffahrt beider deutscher Staaten aufgezeigt. Während die BRD, eingebunden in das starke westliche Wirtschaftssystem, mit Hilfe des Marshall-Planes auch in allen Bereichen der Seeschifffahrt einen schnellen wirtschaftlichen Aufschwung verzeichnete, waren in der DDR die ökonomischen Bedingungen für den Aufbau einer Handelsschifffahrt unter den herrschenden politischen Voraussetzungen sehr kompliziert. Alleiniger Träger der Seeschifffahrt der DDR war von 1949 bis 1990 die Staatsreederei „Volkseigener Betrieb (VEB) Deutfracht / Seereederei Rostock“ (DSR).
Die Besucher erwartet eine thematisch und gestalterisch sehr abwechslungsreiche Ausstellungslandschaft mit vielen aktiven Erlebnisbereichen. Sie können z. B. an einer „Knotenbahn“ Seemannsknoten üben, auf der Schiffsbrücke in einem virtuellen Spiel ein Containerschiff in den Hafen lotsen oder in einem Wasserbecken Fährschiffmodelle steuern.
Besucheraktionen
- Auf der Brücke: Steuerung eines Containerschiffes in den Hafen (virtuelles Spiel)
- Wasserbecken: Steuerung von Fährschiffen in den Hafen
- Knotenbank: Üben von Seemannsknoten